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IG Metall Ulm

IG Metall Geschäftsstelle Ulm



Pressekonferenz d. IG Metall am 09.10.09

Presse

14.10.2009 Bericht der Neu-Ulmer Zeitung am 10.10.2009 von Michael Ruddigkeit

Ulm Die Metall- und Elektroindustrie in der Region hat nach Einschätzung der Gewerkschaft die Krise noch längst nicht überwunden. "Wir bewegen uns auf Messers Schneide", sagte Reinhold Riebl, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Ulm. Bei den Unternehmensleitungen stünden dieser Tage weitreichende Entscheidungen an. Noch bestehe die Chance, die Krise mit sozialen Mitteln zu bewältigen. "Wir müssen den Dammbruch in der Fläche verhindern", forderte der Gewerkschafter.
Dass es bislang noch nicht dazu gekommen sei, führt Riebl auf die gute Wirtschaftsstruktur und das verantwortungsbewusste Verhalten der Arbeitgeber in der Region zurück. Noch hätten diese das Heft in der Hand. Doch Riebl befürchtet, dass es zu Entlassungen in größerem Stil kommen könnte, wenn einmal ein Unternehmen damit anfängt. Noch sind Kündigungen in der Metallbranche die absolute Ausnahme. So wurden neun Mitarbeiter bei der Firma Brehm im Ulmer Donautal entlassen - aus Sicht des Betriebsrats eine nicht nachvollziehbare Entscheidung, schließlich stehe das Unternehmen insgesamt gut da. "Wir sind sehr empört über diese Vorgehensweise", sagte Betriebsratsvorsitzender Bruno Cerquettini. Unter den Gekündigten seien auch zwei schwerbehinderte Kolleginnen, ein Familienvater mit drei Kindern und eine alleinerziehende Mutter. Morgen will der Betriebsrat in der Hirschstraße Unterschriften sammeln, um gegen die Kündigungen zu protestieren.
Bei der Firma Neuweg in Munderkingen (Alb-Donau-Kreis) stehen sieben Entlassungen im Raum. Auf der Kippe steht die Situation offenbar auch bei Uhlmann in Laupheim. Hier droht laut IG Metall ein Abbau von bis zu 70 Stellen.
Hoffnung machen der Gewerkschaft große "Ankerunternehmen" in der Region wie Liebherr, EADS oder Kässbohrer. Liebherr in Ehingen rechnet laut dem Konzernbetriebsratsvorsitzenden Peter Erhard damit, den Rekordumsatz von 1,5 Milliarden Euro vom Vorjahr zu übertreffen. Bei kleinen Autokranen gebe es derzeit jedoch viele Stornierungen. Die Ausfälle würden mit Abbau von Zeitkonten, Qualifizierungsmaßnahmen, Vorruhestandsregelungen oder Altersteilzeit aufgefangen. Entlassungen sind nicht in Sicht. Schwächelnde Umsätze in Kirchdorf, Biberach und Bad Schussenried sollen aufgefangen werden, indem etwa 100 Leiharbeiter nach Ehingen versetzt werden. Im Kühlschrankwerk in Ochsenhausen ist der Umsatz zwar zurückgegangen, doch Kurzarbeit musste noch nicht angemeldet werden.
Erleichterung bei Kässbohrer
Erleichterung bei den Beschäftigten hat bei Kässbohrer in Laupheim die Aussage Ludwig Merckles ausgelöst, dass der "Pistenbully"-Hersteller im Besitz des Familienunternehmens bleiben soll. "Das war ein richtiger Befreiungsschlag", schilderte Betriebsratsvorsitzender Roland Jakobson. Die Prognosen für 2010 seien "verhalten optimistisch". Die Zahl der Arbeitsplätze bleibt wohl stabil.
Stabile Lage bei EADS
Gute Nachrichten gibt es auch bei der EADS in Ulm. Spezialisten für Militär- und Sicherheitstechnik werden dringend gesucht. Die Auftragsbücher seien für zwei bis drei Jahre gefüllt, erläuterte Betriebsratsvorsitzender Stefan Baer. Der Bereich "defence electronics" sei ein Anker der Stabilität im Konzern. Ein Problem sei, geeignete Fachkräfte zu finden. Die Rahmenbedingungen müssten weiter verbessert werden, um die Arbeitsplätze so attraktiv wie möglich zu gestalten.

Letzte Änderung: 15.10.2009


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