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EvoBus für 2010 ausgelastet

Pressedienst

16.03.2010 Bericht der Südwest Presse vom 12.03.2010 - Jürgen Buchta

Evobus für 2010 ausgelastet
IG-Metall-Chef Hofmann fordert Hilfen für kapitalschwache Firmen

Der Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, fordert die Landesregierung auf, sich aktiver für den Erhalt von konkursbedrohten Unternehmen einzusetzen. Dazu stehe Geld bereit.

JÜRGEN BUCHTA

Neu-Ulm. Im Mittelpunkt seines Besuchs im Neu-Ulmer Evobus-Werk stand zwar der Austausch mit Betriebsrat und Vertrauensleuten über die aktuelle Tarifpolitik und die Beschäftigungssituation in der Metall- und Elektroindustrie. In seinem anschließenden Gespräch mit Medienvertretern formulierte der baden-württembergische IG-Metall-Chef Jörg Hofmann aber auch seine Forderungen an die neue Landesregierung in Stuttgart.

Aufgrund ihrer miesen Bilanzen aus dem zurückliegenden Jahr liefen derzeit viele zukunftsfähige Betriebe im Land Gefahr, Konkurs anmelden zu müssen. Die Banken, mit denen sie über neue Kredite zu verhandeln haben, forderten angesichts der schlechten Bilanzen horrende Kreditzinsen, die oft nicht aufzubringen seien.

Der Bund habe in seinem "Rettungsschirm für Unternehmen" zwar 100 Milliarden Euro bereitgestellt, auf die über die Kreditanstalt für Wiederaufbau beziehungsweise die Landesbürgschaftsbank zurückgegriffen werden kann. Davon seien bisher nur 16 Milliarden abgerufen, berichtete Hofmann. Der Bezirksleiter forderte die Landesregierung auf, zukunftsfähigen Unternehmen durch "Eigenkapitalbeteiligung auf Zeit" aus diesem Topf zu helfen. Andernfalls seien zahlreiche Pleiten programmiert. Trotz weltweit führender Technik sei besonders die Werkzeugmaschinen-Industrie im Land stark gefährdet. Und Japaner und Chinesen seien auf dem besten Weg, sich all diese Entwicklungen und das Wissen unter den Nagel zu reißen.

Aus seinen Gesprächen mit Evobus-Beschäftigten nimmt Hofmann die Erkenntnis mit, dass sie mit dem gerade ausgehandelten IG-Metall-Tarifvertrag durchweg einverstanden sind. "Finanziell habe man sich vielleicht etwas mehr gewünscht als die 320 Euro für dieses Jahr und die 2,7 prozentige Tariferhöhung im kommenden", bekannte der Vertrauenskörperleiter in dem 3800 Mitarbeiter beschäftigenden Neu-Ulmer Betrieb, Sebastiano Testa. Sobald man aber den zweiten Teil des Tarifvertrags mit einbeziehe, die Beschäftigungssicherung, relativiere sich manches. Oder auch dann, wenn man sich mit Arbeitern aus dem gebeutelten Ulmer Iveco-Werk unterhalte.

Evobus habe die beiden zurückliegenden Krisenjahre gut gemeistert, erläuterte Betriebsratsvorsitzender Erwin Behringer. "Entgegen dem allgemeinen Trend waren wir voll ausgelastet." Wozu allerdings auch die aus dem Mannheimer Daimler-Werk verlagerte Stadtbusproduktion ihren Teil beitrug. 2009 sei fast jeder dritte in Neu-Ulm gefertigte Bus ein Daimler-Stadtbus gewesen. Diese Aufträge gingen zwar mittlerweile zurück. Sie würden aber von vermehrten Neubestellungen von Setra-Reisebussen wettgemacht.

Bereits heute, so berichtete Behringer weiter, verfüge Evobus über ausreichend Aufträge, um die Produktion in diesem Jahr zu sichern. Allerdings nutze auch hier die Firmenleitung die wirtschaftliche Krise und die Sorge ihrer Beschäftigten vor Arbeitslosigkeit, um den Leistungsdruck zu erhöhen und, wo immer möglich, ihre Entgelte zu senken, fügte Hofmann an.

Christoph Dreher von der IG Metall Ulm strich die Bedeutung von Evobus im Gewerkschaftsbezirk heraus. Jeder zehnte Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie sei bei Evobus tätig.

Letzte Änderung: 16.03.2010


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